Tieguanyin, auch „Eiserne Göttin der Barmherzigkeit“ genannt, hat eine faszinierende Geschichte, die eng mit Legenden und der chinesischen Teekultur verbunden ist.
Der Tee stammt ursprünglich aus Anxi in der Provinz Fujian, China, und seine Geschichte reicht bis in die Qing-Dynastie (1736–1795) zurück. Der Name „Tieguanyin“ leitet sich von einer buddhistischen Legende ab: Ein Bauer namens Wei Yin soll im Traum die Göttin Guanyin (die Göttin der Barmherzigkeit) getroffen haben. Diese zeigte ihm einen geheimen Teestrauch, den er auf einem felsigen Hügel fand. Nach der Ernte und Verarbeitung des Tees soll der Geschmack so außergewöhnlich gewesen sein, dass er den Tee dem Kaiser schenkte und dieser ihn als „Eiserne Göttin“ (Tieguanyin) ehrte. Seitdem gilt der Tee als Symbol für spirituelle Erleuchtung und Harmonie.

Verbreitung und Entwicklung
- Anxi (Fujian) blieb das Zentrum der Tieguanyin-Produktion, wobei der Tee zunächst nur lokal bekannt war.
- Im 20. Jahrhundert wurde Tieguanyin auch in anderen Regionen Chinas angebaut, insbesondere in Guangdong und Zhejiang.
- Taiwan entwickelte sich ab dem 20. Jahrhundert zu einem weiteren wichtigen Anbaugebiet, wobei dort vor allem die leicht oxidierte Variante mit blumigen Noten populär wurde.
Kulturelle Bedeutung
Tieguanyin ist nicht nur ein Tee, sondern ein kulturelles Erbe. Er wird oft mit buddhistischen und daoistischen Traditionen in Verbindung gebracht und gilt als einer der „vier großen Tees Chinas“ (zusammen mit Longjing, Biluochun und Da Hong Pao).